Die Trasse

1999 fuhr der letzte Zug auf der 1879 eröffneten Rheinischen Strecke durch Wuppertal. 20 km der ehemals 2-gleisigen, 73 km langen Bahnstrecke von Düsseldorf nach Dortmund verlaufen durch den Norden der Stadt, in direkter Nähe zu den Zentren Elberfeld und Barmen. Die bewegte Topographie erforderte 7 Tunnel, 4 große Viadukte, 19 Brücken und 220 Stützbauwerke.

Nach Gründung des Vereins WUPPERTALBEWEGUNG E.V. wurde die Umwandlung in einen Freizeitweg als Projekt geboren und forciert. Der Verein akquirierte rund 2,5 Mio EUR an Spendengeldern, davon alleine 1 Mio von der Jackstädt-Stiftung. Daher trägt die Trasse, für die inzwischen der Begriff Nordbahntrasse gewählt wurde, den Namenszusatz „Jackstädtweg“. Fachkräfte des Wichernhaus Wuppertal, die GBA (Gesellschaft für Berufs- und Ausbildungsförderung) und viele Trassenpaten als Helfer und Sponsoren waren wichtige Wegbegleiter des Projektes.

Mit dem Wegebau wurde im Frühsommer 2010 begonnen. Die Eröffnung der ersten 1,6 km fand am 5. Juni 2010 statt. Am 19. Dezember 2014 wurde die 22 km lange Nordbahntrasse feierlich eröffnet. Das Investitionsvolumen betrug insgesamt 32 Mio EUR, wobei ein Großteil durch Fördermittel (von EFRE, NRW und Bund) gestemmt wurde.

Auf einer Strecke von 13 km wurden 500 LED-Leuchten installiert, was eine abendliche Nutzung ermöglicht. Somit handelt es sich um ein vorbildliches Projekt, welches zeigt, was engagierte Bürger für ihre Stadt tun können. Ganz aktuell zeigte sich dies auch in der Auszeichnung der Stadt Wuppertal als „Aufholerstadt des Jahres“ beim ADFC-Klimatest 2014.

Rent A Bike

Nach Eröffnung der Nordbahntrasse fehlen Angebote zum Radverleih am westlichen Ende der Trasse. Unsere private Initiative hat ab dem 24. April 2017 Abhilfe geschaffen.

Viele Partner haben geholfen, das Projekt zu ­starten. Das Sportcenter Eskesberg hat ­optimale ­Öffnungszeiten auch am Wochenende und lädt im Anschluss in den neu gestalteten Biergarten direkt an der Trasse ein. Bei der Gestaltung des ­Biergartens halfen als Trassenpaten im Bereich Dorp die ­Firmen Leonhards und KARL DEUTSCH. Die ­Firmen Switch-e, Zweirad Otto, Petto-Bike und KARL DEUTSCH sorgten für die Zweirad-Ausstattung.

Derzeit stehen 20 Bikes zur Verfügung. Bei Bedarf wird die Zahl der Räder erhöht. Die WUPPERTALBEWEGUNG e.V. übernahm die Abwicklung und hilft beim ­Marketing. Der Radgeber, das neue Switch-e Magazin zum Thema Radfahren im Bergischen Land, gestaltet das Informationsportal MEDIABEL.

Greenzone biking testet Pedelecs von Rent-a-Bike Eskesberg

Am 06.05.2017 fand in Wuppertal zum vierten Mal der WHEW100 statt. Ein 100km langer Ultramarathon, der als Staffel, Run & Bike Team oder im unglaublichen Solo Modus absolviert werden kann. Und was haben wir damit zu tun? Tja, unsere Aufgabe war es die Strecke für die Läufer zu markieren. Als sinnvoll hat es sich erwiesen bereits am Vortag die ersten 20-25 km zu markieren. Am Tag des Ultramarathon starten wir dann um 5 Uhr morgens mit der „restlichen“ Markierung, 2 Stunden bevor für die Läufer der Startschuss ertönt.
Das permanente Anhalten, Absteigen, Flatterband anbinden und Kreidepfeile sprühen nimmt eine ganze Menge Zeit in Anspruch, aber das ständige wieder anfahren müssen (ca. alle 500 Meter) geht dann auch echt in die Knochen.

Aber die Rettung lag ganz nah. Denn seit kurzer Zeit gibt es in Wuppertal ein tolles neues Angebot. Das Projekt switch-e und die Wuppertalbewegung e.V. bieten in Kooperation mit der in Wuppertal ansässigen Firma Karl Deutsch als Sponsor E-Bikes zum Ausleihen an. Das ganze läuft unter dem Namen rent a bike – Eskesberg. Eine gute Sache, denn die Urbane Mobilität soll damit gefördert werden.

Die Fahrräder mit Elektroantrieb können direkt an der Nordbahntrasse, am Sportparkt Eskesberg, geliehen werden. Die Öffnungszeiten sind hier sehr Nutzerfreundlich.

Es gibt verschiedene Modelle an Fahrrädern im Angebot. Wir haben uns für unsere Markierungsausfahrt einmal das Venus M 27,5 Zoll Sport Bike mit einem 250W starken Mittelmotor und einem integriertem Lithium Ionen Akku von Samsung und das Full-E 27+ mit 400Wh Samsung Akkuzellen geliehen.
Unsere wichtigste Anforderung an die E-Bikes war, dass die Akkus die 100 km lange Strecke durchhalten. Denn aufgeben wäre keine Options, denn die Läufer des Ultramarathons sitzen uns ja im Nacken.
Oliver Klass von switch-e übergab uns die beiden E-Bikes am Freitagnachmittag persönlich am Mirker Bahnhof, wo der WHEW100 am nächsten Tag starten sollte. Nach einer kurzen Einweisung konnten wir auch direkt unsere geplanten ersten 20 Markierungskilometer in Angriff nehmen. Mit Flatterband und Sprühkreide ausgerüstet machten wir uns auf den Weg. Hier reichte kein Rucksack, sondern wir mussten unser Material in Packtaschen transportieren, was dank des Gepäckträgers am Full-E kein Problem war.
Schnell war klar, die Markierungsaufgabe wird dieses Mal deutlich entspannter verlaufen.
Bei leichtem Druck aufs Pedal gab der Elektromotor sofort seine Kraft frei und wir kamen schnell auf Geschwindigkeit. Die beiden E-Bikes gingen gut nach vorne…so macht das Spaß J
Nach der kurzen Pre-Markierungsausfahrt ging es nach Hause, um die Akkus der E-Bikes für den nächsten Tag zu laden, aber um auch die eigenen Akkus wieder aufzufüllen.
Am Samstag ging es dann um 5 Uhr morgens wieder zum Mirker Bahnhof, um unsere Mission zu erfüllen. Wir kamen gut voran, da die ersten 20km ja präpariert waren und wir erstmal ein bisschen Gas geben konnten. So macht Radfahren um 5 Uhr morgens dann auch so richtig Spaß.
Die Räder haben beide die Möglichkeit die Unterstützung durch den E-Antrieb in 5 Stufen zu regulieren. Wir nutzten beide hauptsächlich Stufe 2-3, da die Strecke über die diversen ehemaligen Bahntrassen flach ist. Uns war die „Unterstützung“ beim Anfahren besonders wichtig und da taten beide E-Bikes einen verdammt guten Job. Das permanente Stop & Go war mit den E-Bikes überhaupt kein Problem mehr.
Trotzdem blieb ein wenig die Sorge, wie weit die Akkus denn halten würden. Da die E-Bikes bedingt durch ihren E-Antrieb auch deutlich schwerer sind als „normale“ Fahrräder, wäre ein Ausfall der Akkus unterwegs eine kleine Katastrophe gewesen. Um es nicht darauf ankommen zu lassen, hatten wir zwei Tauschakkus mit im Gepäck. Nach 73,5km war es dann aber soweit, der Akku des Full_E 27+ war leer und keine 100 Meter weiter war auch der Akku des Venus M an seinem Ende angekommen. Die Akkus lassen sich super einfach tauschen und so konnte es auch schnell weiter gehen. Um ehrlich zu sein hätten wir nicht damit gerechnet, dass die Akkus so lange halten. Unser Anspruch, alle 500 Meter vom Stillstand wieder auf Maximalgeschwindigkeit zu beschleunigen, war ja schon ein anderer, als im alltäglichen Gebrauch eines E-Bikes.
So war das Erreichen von 73,5km mit einer Akkufüllung schon beeindruckend.

Die beiden E-Bikes machen richtig Spaß. Allerdings hätten wir uns noch ein bis zwei schwerere Gänge gewünscht, da wir besonders auf dieser sehr flachen Strecke oft ans Geschwindigkeitslimit geraten sind, da die Trittfrequenz zu hoch wurde um entspannt dahinzugleiten.

Wir hatten bezüglich des Sitzkomforts vorab ein bisschen Panik. 100km auf einem „fremden“ Fahrrad zu fahren kann auch so richtig nach hinten losgehen. Alles tut weh, man kann nicht mehr sitzen und weiß nicht, wie man die Strecke überleben soll. Wir haben beide nicht damit gerechnet, aber uns tat nichts weh. Wir haben super auf den beiden E-Bikes gesessen und sind noch nie so entspannt über die Ziellinie nach unserem Markierungsjob gefahren.

Wer auch mal Lust hat Wuppertal auf dem E-Bike zu erkunden und bei den vielen Hügeln nicht ins Schwitzen kommen möchte, sollte sich das Angebot von rent a bike – Eskesberg mal genauer anschauen oder einfach mal am Sportpark Eskesberg vorbei gehen!

Vielen Dank an dieser Stelle an Oliver Klass von switch-e, der uns ganz problemlos mit den beiden E-Bikes versorgt hat.

Dieser Artikel ist von Silvia Pellicciotta von greenzone biking geschrieben worden. Vielen Dank …

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